Markt-Bild 2025

Cloud ist keine Frage des Ob — sondern des Wie.

Der Bitkom Cloud Report 2025 zeigt: Cloud-Computing ist im deutschen Mittelstand angekommen. Doch zwischen Nutzung und tragfähiger Strategie liegt häufig eine erhebliche Lücke. Genau hier setzt unsere Beratung an.

90 %

der deutschen Unter­nehmen nutzen Cloud-Anwendungen

Vor einem Jahr waren es 81 %. Für praktisch kein Unter­nehmen ist Cloud heute mehr „kein Thema“ — die Adoption ist abgeschlossen, die strategische Aufstellung hingegen oft offen.

62 %

wären ohne Cloud-Dienste nicht mehr arbeitsfähig

Cloud ist damit kritische Infrastruktur — und gehört in den Geltungs­bereich des Business Continuity Managements ebenso wie in die Risiko-Bewertung der Geschäfts­leitung.

47 %

aller IT-Anwendungen laufen bereits in der Cloud

2024 waren es 38 %. Der Cloud-Anteil wächst zweistellig pro Jahr — wer heute keine durchdachte Strategie hat, verliert die Steuerung über Kosten, Compliance und Architektur.

Quelle: Bitkom Cloud Report 2025, repräsentative Befragung von 604 Unter­nehmen ab 20 Beschäftigten, veröffentlicht im Juni 2025.

Souveränitäts-Wende

78 % halten Deutschland für zu abhängig von US-Cloud-Anbietern.

Die Souveränitäts-Diskussion ist keine theoretische Debatte — sie wirkt sich konkret auf Cloud-Strategien aus. Geopolitische Spannungen, US-CLOUD-Act-Risiken und Diskussionen um digitale Souveränität haben die Erwartungen an Cloud-Anbieter strukturell verändert. Für mittel­ständische Unter­nehmen heißt das: Die Anbieter-Auswahl ist heute eine andere Entscheidung als noch vor zwei Jahren.

78 %

sehen Deutschland zu abhängig von US-Cloud-Anbietern

Die Sorge ist keine ideologische Position, sondern eine Risiko-Bewertung — CLOUD Act, geopolitische Volatilität, Vertrags­einseitigkeit der Hyperscaler sind konkrete operative Risiken.

82 %

wünschen Hyperscaler aus Deutschland oder Europa

EU-souveräne Optionen — IONOS, OVHcloud, Plusserver, T-Systems Sovereign Cloud, Microsoft EU Data Boundary, AWS European Sovereign Cloud — sind in den letzten zwei Jahren erwachsener geworden.

50 %

überdenken aktuell ihre Cloud-Strategie

Jedes zweite Cloud-nutzende Unter­nehmen revidiert die eigene Aufstellung — ausgelöst durch die US-Politik der neuen Administration. Strategie-Mandate sind heute Routine, nicht Ausnahme.

Pragmatischer Mittelweg

Für viele mittel­ständische Mandanten ist heute eine hybride Aufstellung der pragmatische Pfad — sensitive Workloads bei einem EU-souveränen Anbieter, produktivitäts­getriebene Workloads bei einem Hyperscaler. Die Frage lautet selten „Hyperscaler oder EU?“, sondern „welcher Anbieter für welchen Workload?“. Wir bewerten neutral und ohne Anbieter-Bindung.

Anlass

Wann ein Cloud-Strategie-Mandat die richtige Antwort ist.

Cloud-Mandate werden in der Regel durch konkrete Anlässe ausgelöst — nicht aus reiner Strategie-Initiative. Vier Konstellationen begegnen uns am häufigsten.

Konstellation 1

Microsoft 365 oder Azure-Migration steht im Raum

Microsoft 365 ist ausgerollt oder geplant, Azure-Migration steht zur Diskussion, der nächste Hardware-Tausch macht die Cloud-Frage akut. Wir bringen Ordnung: Welche Workloads gehören wirklich in die Cloud, welche bleiben besser On-Prem, welche Architektur trägt für die nächsten fünf Jahre.

Konstellation 2

Bestehende Cloud-Aufstellung passt nicht mehr

Mehrere Cloud-Dienste sind über die Jahre eingeführt worden, ohne übergreifende Strategie. Lizenz-Kosten steigen, Datenflüsse sind unübersichtlich, DSGVO-Konformität ist nicht durchgängig dokumentiert. Wir machen die Aufstellung sichtbar und konsolidieren — wirtschaftlich, compliance-fest, mit klarem Pfad.

Konstellation 3

DSGVO und Drittland-Transfer werden zur Hürde

Datenschutz­beauftragter, Aufsicht oder ein konkreter Vorfall haben die Cloud-Aufstellung infrage gestellt. EU Data Privacy Framework, Standardvertrags­klauseln, Datenresidenz, Sub-Auftrags­verarbeiter — wir klären, welche Konfigurationen tragen und wo Anpassungen nötig sind.

Konstellation 4

Konzern, Versicherer oder Aufsicht fordert Strategie

Konzernmutter, Cyber-Versicherer oder Branchen-Aufsicht (BaFin, BSI, NIS-2-Behörden) fordern eine dokumentierte Cloud-Strategie mit Auslagerungs-Konzept. Im Finanzsektor verlangen DORA, BAIT und VAIT konkrete Anforderungen. Wir liefern die nachweisbare Dokumentation, die im Audit trägt.

Beratungs­bausteine

Drei Stränge, sechs Bausteine.

Unsere Cloud-Migrations-Beratung gliedert sich in drei thematische Stränge — Strategie und Status zu Beginn, Compliance und Verträge als Quer­schnitt, Migration und Exit als Ergebnis. Mandate kombinieren Bausteine je nach Reife und Anlass. Die technische Umsetzung verantworten Ihre IT oder spezialisierte System-Häuser; wir liefern Strategie, Konzept und methodische Begleitung.

Strategie & Status

Belastbares Lagebild als Voraussetzung jeder Cloud-Strategie — was läuft heute wo, was lohnt sich künftig wo, welcher Anbieter passt.

Baustein 1

Cloud-Status-Check & Workload-Inventar

Strukturierte IST-Aufnahme: Welche Cloud-Dienste sind im Einsatz, formell wie informell? Welche Daten fließen wohin, welche Verträge laufen, welche SLAs gelten? Schatten-IT in Fachbereichen wird sichtbar gemacht. Ergebnis: belastbares Cloud-Inventar als Diskussions­grundlage.

Baustein 2

Workload-Bewertung, TCO & Anbieter-Vergleich

Bewertung jedes Workloads nach Cloud-Eignung — Datenklasse, Verarbeitungs-Intensität, Verfügbarkeit, Compliance-Sensitivität. TCO-Berechnung über fünf bis sieben Jahre inkl. Egress, Premium-Support, Lizenz-Eskalation, Exit-Kosten. Unabhängiger Vergleich von Hyperscalern und EU-souveränen Anbietern.

Compliance & Verträge

Quer­schnitt durch jede Cloud-Strategie — Datenschutz, neue EU-Pflicht­anforderungen, branchen­spezifische Auslagerungs-Vorgaben.

Baustein 3

DSGVO & Drittland-Transfer-Konzept

Datenschutz­rechtliche Bewertung der Cloud-Architektur — Rechtsgrund­lagen, Verarbeitungs­verzeichnisse, Datenschutz-Folgenabschätzung, AVV nach Art. 28 DSGVO, Drittland-Transfer-Rahmen (DPF, SCCs, ergänzende Maßnahmen). Klarheit zu US-CLOUD-Act-Risiken auch bei EU-Hosting US-amerikanischer Konzerne.

Baustein 4

Vertrags-Begleitung (EU Data Act)

Prüfung und Verhandlungs­begleitung der Cloud-Verträge — SLA-Niveau, Datenresidenz, Audit-Rechte, Exit-Konditionen, Sub-Auftrags­verarbeiter. Anpassung an die Pflicht­inhalte aus Art. 25 EU Data Act für Verträge nach dem 12. September 2025 — zwei-monatige Kündigungs­frist, Wechsel-Unterstützung, transparente Wechsel­entgelte.

Migration & Exit

Methodische Steuerung des Wechsels — und das Fundament dafür, dass Sie auch wieder herauskommen, wenn nötig.

Baustein 5

Migrations-Roadmap

Phasen-Plan mit klar definierten Meilensteinen, Erfolgs­kriterien und Verantwortlich­keiten. Reihen­folge der Workloads nach Risiko und Wirtschaftlich­keit, parallele Compliance-Aufgaben, Schulungs-Bedarf in IT und Fach­bereichen. Bei technischer Tiefe Vermittlung an spezialisierte System-Häuser oder Begleitung Ihrer internen IT.

Baustein 6

Exit- & Souveränitäts-Strategie

Konzept für den geplanten oder ungeplanten Anbieter-Wechsel — vertragliche Exit-Klauseln, technische Reversibilität, Datenmigrations-Konzept, Übergangs-Architekturen. Mit dem EU Data Act ist Cloud-Switching seit September 2025 ein vertragliches Recht; bis 12. Januar 2027 dürfen Anbieter nur noch tatsächliche Wechsel-Kosten berechnen, danach gar keine mehr.

Was wir nicht tun

Wir sind keine Cloud-Engineers — und sagen das auch. Migrations-Engineering, Infrastructure-as-Code, Kubernetes-Architektur, FinOps-Tuning oder DevOps-Aufbau sind Aufgaben für spezialisierte System-Häuser oder Ihre interne IT, mit denen wir bei Bedarf zusammen­arbeiten. Diese Trennung schützt Sie vor Beratung, die ihre eigene Tiefe übersteigt — und vor Konflikten zwischen unabhängiger Strategie­beratung und Implementierungs-Eigeninteresse.

Erstgespräch

Cloud-Reifegrad einschätzen, Strategie schärfen, Anlass besprechen — in 30 Minuten.

Regulatorischer Rahmen

Vier Felder, in denen Cloud heute compliance-fest sein muss.

Cloud-Aufstellung im Mittelstand bewegt sich in einem dichter werdenden regulatorischen Rahmen. Vier Felder müssen in jeder ernsthaften Strategie adressiert werden — DSGVO als Datenschutz-Hebel, EU Data Act als neuer Vertrags­rahmen, BSI C5 als Sicherheits-Nachweis und branchen­spezifisches Auslagerungs­recht für regulierte Sektoren.

Datenschutz

DSGVO & Drittland-Transfer

Sobald personen­bezogene Daten in eine Cloud außerhalb des EWR fließen, greift Kapitel V DSGVO. Das EU-U.S. Data Privacy Framework (DPF) seit Juli 2023 wurde am 3. September 2025 vom EuG juristisch erstmalig bestätigt — operative Sicherheit ist gegeben, das Risiko-Profil bleibt aber bestehen. Wir beraten mit Risiko-Mitigation: Datenresidenz, parallele SCCs, ergänzende technische Maßnahmen.

EU-Recht

EU Data Act seit 12.9.2025

Verordnung (EU) 2023/2854. Cloud-Verträge müssen die Mindest­inhalte aus Art. 25 enthalten — maximal zwei-monatige Kündigungs­frist, transparente Wechsel­entgelte, technische Wechsel­unterstützung. Bis 12. Januar 2027 dürfen Anbieter nur tatsächliche Wechsel­kosten berechnen, danach gar keine mehr. Bestandsverträge müssen geprüft, Neuverträge konform gestaltet werden.

Sicherheit

BSI C5 & ISO 27017/27018

BSI C5 ist der deutsche Anforderungs­katalog für Cloud-Anbieter — eine C5-Testierung des Anbieters ist im Mittelstand häufig der pragmatischste Sicherheits­nachweis. ISO/IEC 27017 (Cloud-spezifische Sicherheits­maßnahmen) und ISO/IEC 27018 (Datenschutz in Public Cloud) ergänzen die ISO-27001-Familie. Wir prüfen die Anbieter-Testate gegen Ihre Sicherheits­anforderungen.

Branchen-Recht

DORA, BAIT, VAIT, NIS-2, KRITIS

BAIT (Banken) und VAIT (Versicherer) verlangen ein Auslagerungs-Konzept mit Risikobewertung, Dienstleister­steuerung und Exit-Strategie. DORA (seit 17.1.2025) ergänzt um Operational Resilience und ICT-Drittanbieter-Register. NIS-2 und KRITIS verlangen entsprechende Cloud-Sicherheits­maßnahmen für wichtige und besonders wichtige Einrichtungen.

Vorgehen

Vom Status-Bild in den kontrollierten Migrations-Pfad.

Vom Erst­gespräch bis zur verabschiedeten Cloud-Strategie vergehen je nach Reifegrad drei bis fünf Monate. Mandate mit unmittelbarem Anlass — Vertrags­verlängerung, Aufsichts­termin, akute Datenschutz-Frage — erhalten zügige Status-Klarheit als ersten Block; die strategische Tiefe folgt im zweiten Schritt.

01

Status-Check & Workload-Inventar

Strukturiertes Gespräch mit Geschäfts­leitung, IT, Datenschutz und Fach­bereichen — was läuft heute wo, welche Daten fließen wohin, welche Verträge sind aktiv. Erstellung des Cloud-Inventars und Workload-Listings. Ergebnis: belastbares Status-Bild und priorisierte Beratungs­schwerpunkte.

3–4 Wochen

02

Strategie & Anbieter-Vergleich

Workload-Bewertung nach Cloud-Eignung, TCO-Analyse über fünf bis sieben Jahre, unabhängiger Vergleich der relevanten Anbieter-Optionen einschließlich EU-souveräner Varianten. Festlegung der Architektur-Leitlinien — Public-Cloud, Hybrid, EU-Souveränität, On-Prem.

3–5 Wochen

03

Compliance-Architektur

Datenschutz­rechtliche Bewertung, DSFA, Drittland-Transfer-Rahmen. Anpassung an EU-Data-Act-Vertrags­anforderungen. Bei regulierten Branchen Aufbau des Auslagerungs­konzepts gemäß BAIT/VAIT/MaRisk/DORA. Verzahnung mit ISMS und BCMS, falls vorhanden.

3–4 Wochen

04

Vertrag & Migrations-Roadmap

Prüfung und Verhandlungs­begleitung der Cloud-Verträge — SLA, Datenresidenz, Audit-Rechte, Exit-Konditionen, Pflicht­inhalte nach Art. 25 Data Act. Erstellung der Phasen-Roadmap mit Reihen­folge der Workloads, parallelen Compliance-Aufgaben und Schulungs-Bedarf.

3–6 Wochen

05

Exit-Strategie & laufende Pflege

Definition des Exit-Konzepts für den geplanten oder ungeplanten Anbieter-Wechsel. Aufbau des Pflege-Pfads — jährliche Strategie-Überprüfung, Reaktion auf regulatorische Änderungen (DPF-Entwicklung, Data-Act-Konkretisierung), Anpassung an Wachstum oder Reorganisation.

2 Wochen + laufend

Verzahnung

Cloud-Strategie im Zusammenspiel mit weiteren Beratungen.

Cloud-Migration ist selten ein isoliertes Mandat — sie verzahnt sich mit Microsoft-365-Strategie, Business Continuity, NIS-2-Vorbereitung und ISMS-Aufbau. Wer diese Themen gemeinsam denkt, vermeidet Parallel-Welten in der Doku und reduziert den Aufwand im laufenden Betrieb erheblich.

Zentrum

Cloud-Strategie

Architektur, Anbieter, Compliance — als gemeinsamer Rahmen für angrenzende Mandate

Lizenz, Sicherheit, KI-Strategie

M365 ist häufig der größte einzelne Cloud-Workload. Lizenz-Architektur, Sicherheits-Konzept und KI-Aktivierung gehören in dieselbe Strategie-Klammer wie die übrige Cloud-Aufstellung — wir denken beides zusammen.

Business Continuity in der Cloud

62 % der Unter­nehmen wären ohne Cloud nicht arbeits­fähig. Verfügbarkeits-SLAs, Recovery-Time-Objectives, Datenresidenz und Anbieter-Konzentrations­risiken gehören in die Business-Impact-Analyse — wir verzahnen Cloud-Strategie und BCMS, falls beide gemeint sind.

Cloud im Pflicht-Rahmen

Für besonders wichtige und wichtige Einrichtungen unter NIS-2 ist Cloud-Aufstellung Teil der Mindest­maßnahmen-Pflicht — Logging, Backup, Multi-Faktor, Lieferketten-Sicherheit. Cloud-Strategie und NIS-2-Maßnahmen­plan greifen ineinander.

ICT readiness for business continuity

ISO 27001:2022 nimmt mit Maßnahme A.5.30 die Cloud-Schnittstelle ausdrücklich auf. Risiko-Methodik, Geltungs­bereich und Audit-Routinen aus dem ISMS lassen sich in die Cloud-Strategie übernehmen — Doppel­arbeit wird vermieden.

Häufige Fragen

Was Mandantinnen und Mandanten häufig fragen.

Können wir Microsoft 365 oder Azure DSGVO-konform einsetzen?

Grundsätzlich ja, wenn die Konfiguration richtig aufgesetzt ist. Entscheidend sind Vertrags­variante (Enterprise mit AVV nach Art. 28 DSGVO), Konfiguration (EU Data Boundary für relevante Workloads, Tenant-Region, Telemetrie-Einstellungen), Rechtsgrundlage für die Verarbeitung personen­bezogener Daten und Drittland-Transfer-Rahmen (DPF-Zertifizierung von Microsoft). Microsoft 365 in einer EU-Data-Boundary-Konstellation mit den Standard-DPAs ist häufig der pragmatischste Weg im Microsoft-Ökosystem; die Restrisiken aus dem US-CLOUD-Act bleiben aber bestehen und sollten dokumentiert sein. Mehr Details auf unserer Microsoft 365 Beratungs-Seite.

Was bedeutet das EU-U.S. Data Privacy Framework (DPF) konkret für uns?

Wenn Sie personen­bezogene Daten an einen aktiv DPF-zertifizierten US-Cloud-Anbieter übermitteln, gilt der Transfer als adäquat geschützt — Sie müssen keine Standardvertrags­klauseln (SCCs) mehr abschließen oder ein Transfer-Impact-Assessment durchführen. Voraussetzungen: aktive DPF-Listung des Anbieters, abgedeckte Datenkategorien (z. B. HR-Daten erfordern separate Listung), Kontrolle der Sub-Auftrags­verarbeiter. Das DPF wurde am 3. September 2025 vom EuG juristisch erstmalig bestätigt; eine NOYB-Klage in Schrems-III-Logik bleibt aber möglich. Wir empfehlen Risiko-Mitigation durch parallele SCCs und Datenresidenz, wo möglich.

Was ändert der EU Data Act für unsere Cloud-Verträge?

Erheblich. Seit 12. September 2025 müssen Cloud-Verträge die Mindest­inhalte aus Art. 25 EU Data Act enthalten — zwei-monatige maximale Kündigungs­frist, Pflicht-Information zu Wechselentgelten, technische Wechsel-Unterstützung. Bis 12. Januar 2027 dürfen Anbieter nur noch die tatsächlichen Wechsel-Kosten berechnen, danach gar keine mehr. Für Bestands­verträge gelten Übergangs­fristen. In der Praxis heißt das: Wer in 2026 Cloud-Verträge verlängert oder neu abschließt, muss die Data-Act-Anforderungen sicher integrieren. Wir prüfen Vertrags-Konformität und begleiten Nachverhandlungen.

Brauchen wir eine souveräne Cloud — IONOS, OVHcloud, Plusserver?

Kommt auf Datenklasse und Branche an. Für ausschließlich produktivitäts­getriebene Workloads ohne sensible Daten reicht häufig ein Hyperscaler-Setup mit EU-Datenresidenz. Bei besonders sensiblen Daten (Gesundheits­daten, Geschäfts­geheimnisse, regulatorisch sensible Daten im Finanzsektor) oder bei expliziter Anforderung an deutsche Jurisdiktion (BSI-C5-Testierung des Anbieters, kein US-CLOUD-Act-Zugriff) ist ein EU-souveräner Anbieter wie IONOS, OVHcloud, Plusserver oder T-Systems der bessere Pfad. Hybrid-Architekturen mit Workload-spezifischer Anbieter-Wahl sind im Mittelstand häufig der pragmatische Mittelweg — und werden laut Bitkom Cloud Report 2025 von 82 % der deutschen Unter­nehmen aktiv nachgefragt.

Hyperscaler oder europäischer Anbieter — was ist die richtige Wahl?

Beide haben ihre Berechtigung, je nach Workload. Hyperscaler (Microsoft, AWS, Google) bieten Funktions-Tiefe, KI-Integration, Skalierbar­keit und Ökosystem-Reife — schwer schlagbar bei produktivitäts­getriebenen Workloads. Europäische Anbieter (IONOS, OVHcloud, Plusserver, Hetzner, T-Systems) bieten Datenresidenz-Sicherheit, deutsche oder französische Jurisdiktion ohne CLOUD-Act-Risiko und häufig wirtschaftlichere Konditionen für klassische IaaS- und Storage-Workloads. Im Mandat bewerten wir Workload für Workload und vermeiden ideologische Pauschal­festlegungen — die Frage ist immer „welcher Anbieter für welchen Workload“, nicht „Hyperscaler oder Europa“.

Wie verhält sich Cloud-Strategie zu Business Continuity Management?

Eng verzahnt. Laut Bitkom Cloud Report 2025 wären 62 % der Unter­nehmen ohne Cloud nicht mehr arbeitsfähig — Cloud ist damit kritische Infrastruktur und gehört in die Business-Impact-Analyse. Verfügbarkeits-SLAs, Recovery-Time-Objectives, Datenresidenz und Anbieter-Konzentrations-Risiken sind Pflicht-Themen jeder BCM-Aufstellung. Bei DORA-betroffenen Häusern sind ICT-Drittanbieter-Risiken besondere regulatorische Pflicht. Wir verzahnen Cloud-Strategie und BCMS, wenn beide Themen zusammen gemeint sind, und vermeiden Doppel-Welten in der Doku. Mehr zur BCM-Beratung.

Was kostet Cloud wirklich — und was ist verstecktes Risiko?

Die Listenpreise der Anbieter sind transparent, die Real-Kosten unter­schätzen Mandanten häufig. Die wesentlichen versteckten Kosten: Egress-Gebühren für ausgehenden Datenverkehr, Premium-Support-Verträge, Lizenz-Eskalation bei Funktions-Erweiterung, FinOps-Aufwand zur Kosten-Kontrolle, Schulungs-Aufwand der IT- und Fach­bereiche, Compliance-Aufwand für Doku und Audits, Exit-Kosten bei Vendor-Lock-in. Eine seriöse TCO-Berechnung über fünf bis sieben Jahre integriert all diese Posten — und kommt häufig zu deutlich anderen Ergebnissen als die initiale Cloud-vs.-On-Prem-Rechnung.

Wie vermeiden wir Vendor-Lock-in?

Auf drei Ebenen. Erstens, Architektur — bevorzugte Nutzung anbieter­neutraler Standards (offene Container-Formate, S3-kompatible Storage-APIs, OpenSearch statt proprietärer Suchen), wo es wirtschaftlich vertretbar ist. Zweitens, Vertrag — explizite Exit-Klauseln, dokumentierte Datenmigrations-Konzepte, Reversibilitäts-Tests. Drittens, organisatorisch — interne Kompetenz erhalten, Multi-Cloud-Erfahrung im Team, jährliche Exit-Übung im Krisenstab-Rahmen. Mit dem EU Data Act ist der vertragliche Lock-in seit September 2025 stark eingeschränkt; technischer Lock-in bleibt aber bestehen und braucht aktive Architektur-Entscheidungen.

Cloud im Finanzsektor — was ist mit BAIT, VAIT und DORA?

Der Finanzsektor hat die strengsten Cloud-Anforderungen. BAIT (Banken) und VAIT (Versicherer) verlangen ein Auslagerungs-Konzept mit Risiko­bewertung, Dienstleister-Steuerung und Exit-Strategie. DORA (Digital Operational Resilience Act, gilt seit 17. Januar 2025) ergänzt um Operational-Resilience-Anforderungen, ICT-Drittanbieter-Register, Threat-led Penetration Testing für signifikante Häuser und Aufsichts-Befugnisse für die EU-Aufsicht über kritische ICT-Dienstleister. Cloud-Mandate im Finanzsektor benötigen entsprechend tiefe Compliance-Begleitung — das ist ein eigener Beratungs-Strang, den wir bei betroffenen Mandanten gezielt aufstellen.

Wie lange dauert eine Cloud-Strategie-Beratung — und was kostet sie?

Realistisch sind drei bis fünf Monate vom Status-Check bis zur verabschiedeten Strategie, abhängig von Reifegrad, Anzahl der Workloads und regulatorischer Tiefe. Mandate werden als phasen­bezogener Festpreis ausgewiesen, ergänzt durch Tagessatz-Kontingente für laufende Begleitung. Ein kompaktes Strategie-Mandat mit Status-Check, Workload-Bewertung, Anbieter-Empfehlung und Roadmap für ein klar abgegrenztes mittel­ständisches Unter­nehmen liegt typischerweise im niedrigen bis mittleren fünf­stelligen Bereich. Eine breitere Beratung mit DORA-Tiefe oder Konzern-Strukturen entsprechend höher. Im Erst­gespräch erhalten Sie eine konkrete Aufwands­schätzung mit transparent ausgewiesenen Phasen.

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