Wann unsere Beratung passt.
Sechs typische Anlässe führen Mandantinnen und Mandanten zu uns. Sie decken die drei Hauptkonstellationen ab — strategischer Zukauf (Buy-Side), Verkauf des eigenen Unternehmens (Sell-Side) und geordnete Nachfolge im Familienbetrieb. Was die Anlässe verbindet: Sie verlangen Vorlauf. Wer wenige Wochen vor dem gewünschten Closing kommt, hat in der Regel keine echte Verhandlungsposition mehr.
Strategischer Zukauf
Wachstum durch Akquisition: Marktanteils-Ausbau, neue Technologien, geografische Expansion, Buy-and-Build-Strategie mit mehreren Zukäufen über die Zeit.
Verkauf des eigenen Unternehmens
Eigentümer planen den Exit — strategische Konsolidierung, Realisierung des Unternehmenswerts, Übergang in eine neue Lebensphase nach Jahrzehnten unternehmerischer Aufbauarbeit.
Nachfolge in der Familie nicht möglich
Keine Nachfolge in der Familie oder kein geeigneter Nachfolger im Unternehmen. Externe Lösung gesucht — über Verkauf an strategischen Käufer, Finanzinvestor oder Management-Team.
Konzern-Tochter wird abgespalten
Konzern-Strategie ändert sich, Geschäftsfeld passt nicht mehr ins Portfolio. Verselbständigung als eigenständiges Unternehmen oder Verkauf an strategischen Käufer oder Finanzinvestor.
Notverkauf in der Krise
Veräußerung unter Zeitdruck zur Krisenbewältigung — meist mit Werte-Abschlägen, oft eingebettet in ein Sanierungs-Mandat. Verkürzte Due Diligence, fokussierte Käufer-Ansprache.
Übernahme durch Management
Internes Management (MBO) oder externe Manager (MBI) wollen das Unternehmen übernehmen — meist mit Finanzinvestor als Eigenkapital-Partner, mit detaillierter Beteiligungs-Struktur und Vesting-Mechanismen.
Der M&A-Prozess in sechs Phasen.
Vom Start des Mandats bis zum Closing vergehen typischerweise sechs bis zwölf Monate, je nach Komplexität und Markttiming. Die sechs Phasen bauen aufeinander auf und überlappen teilweise. Bei Verkaufsprozessen mit mehreren Bietern verlängern sich die Phasen Marktansprache und Indikative Angebote, bei bilateralen Transaktionen mit vorbestimmtem Käufer verkürzt sich dieser Teil deutlich. Eine optionale Post-Merger-Phase schließt sich nach Closing an.
Strategie und Vorbereitung
Zielformulierung mit dem Mandanten, Briefing-Workshops, Erstellung des Information Memorandums (IM), Bewertungs-Analyse als Verhandlungs-Grundlage, Definition der Käufer- bzw. Verkäufer-Profile.
4–6 Wochen
Marktansprache
Identifikation und Ansprache potenzieller Käufer oder Targets. NDA-Phase, Versand des Teasers und (nach NDA) des Information Memorandums. Long List entwickelt sich zur Short List der ernsthaften Interessenten.
4–8 Wochen
Indikative Angebote
Letter of Intent (LoI) mit Preisindikationen und Eckdaten der Transaktion. Auswahl der drei bis fünf Top-Bieter, die in die Due-Diligence-Phase eintreten. Erste Verhandlungen über Struktur und Konditionen.
4–6 Wochen
Due Diligence
Öffnung des digitalen Datenraums, Workstreams Financial, Tax, Legal, Commercial, HR und IT/Cyber. Q&A-Prozess zwischen Käufer und Verkäufer, Management-Meetings, Site Visits.
6–10 Wochen
Verhandlungen und SPA
Verhandlung des Share Purchase Agreements (SPA) mit Kaufpreis, Garantien, Freistellungen, Earn-Out-Mechanismen und Working-Capital-Anpassungen. Rechtliche Vertretung durch M&A-Kanzlei, Coaching durch uns.
4–8 Wochen
Signing und Closing
Vertragsunterzeichnung (Signing), Erfüllung der Closing-Bedingungen (kartellrechtliche Freigabe, Finanzierung, Eigentümer-Zustimmungen), Vollzug der Transaktion (Closing). Übergang in die Post-Merger-Integration.
2–4 Wochen
Wer kauft — und mit welchen Erwartungen.
Wer der Käufer ist, prägt die gesamte Transaktion — vom Preis über die Verhandlungs-Dynamik bis zur Post-Merger-Phase. Vier Käufer-Typen dominieren das Marktbild im deutschen Mittelstand. Sie unterscheiden sich in Kauf-Motiv, Halte-Horizont und Integrations-Logik. In Verkaufsprozessen mit mehreren Bietern stehen häufig zwei oder drei dieser Typen parallel in der Short List.
01
Strategisch
Strategischer Käufer
Konzerne, Wettbewerber oder Branchen-Konsolidierer mit operativem Geschäft. Kauf-Motiv sind Synergien, Marktanteil und Technologie. Halte-Horizont ist dauerhaft, das Preis-Niveau oft am oberen Rand durch den Synergie-Wert. Die Integration ist meist tief — eigene Marken können verschwinden, Strukturen werden zusammengeführt.
02
Finanzinvestor
Private Equity
Beteiligungs-Fonds mit professionellem Management-Team. Kauf-Motiv ist die finanzielle Rendite über fünf bis sieben Jahre (Fonds-Laufzeit), mit Ziel-Multiple beim Wiederverkauf. Preis-Niveau ist marktgerecht, oft mit Earn-Out-Komponente. Das bestehende Management bleibt meist im Amt, häufig mit Eigenkapital-Beteiligung.
03
Family Office
Unternehmer-Holding
Family Offices oder Unternehmer-Holdings mit geduldigem Kapital. Kauf-Motiv ist langfristige Werterhaltung, oft über Generationen. Halte-Horizont ist zehn Jahre oder länger, häufig dauerhaft. Preis-Niveau ist marktgerecht, weniger leverage-getrieben als PE. Die Integration ist meist dezentral, die Beteiligungen behalten Eigenständigkeit.
04
MBO / MBI
Management Buy-Out / Buy-In
Übernahme durch das interne Management (MBO) oder externe Manager (MBI), meist mit Finanzinvestor als Eigenkapital-Partner. Kauf-Motiv ist unternehmerische Selbständigkeit, Halte-Horizont fünf bis zehn Jahre. Preis-Niveau ist oft niedriger durch begrenzte Finanzkraft. Eine Integration findet nicht statt — das Management war schon da oder kennt das Unternehmen aus der Branche.
Was im Datenraum geprüft wird.
Die Due Diligence ist die strukturierte Prüfung des Zielunternehmens durch den Käufer — typischerweise sechs bis zehn Wochen intensive Arbeit in einem digitalen Datenraum. Wir bereiten Mandanten auf beide Seiten vor: als Käufer auf die Workstreams und die richtigen Fragen, als Verkäufer auf die Datenraum-Anforderungen und die typischen Stolpersteine. Sechs Workstreams sind der Standard, ergänzt um spezifische Themen je Branche.
Financial Due Diligence
Historische Jahresabschlüsse und Pro-Forma-Konsolidierungen, Cashflow-Qualität und Working Capital, Normalisierungen außerordentlicher Effekte, Quality of Earnings als Basis für die Kaufpreis-Brücke.
Tax Due Diligence
Steuerliche Risiken aus historischen Veranlagungen, Verlustvorträge und deren Übergangsfähigkeit, Verrechnungspreise und internationale Strukturen, latente Steuern, offene oder anstehende Betriebsprüfungen.
Legal Due Diligence
Wesentliche Verträge mit Kunden, Lieferanten und Partnern. Mitarbeiter- und Geschäftsführer-Verträge, gewerbliche Schutzrechte und IP, laufende oder drohende Rechtsstreitigkeiten, Compliance-Themen wie DSGVO und Geldwäsche.
Commercial Due Diligence
Marktposition und Wettbewerbsumfeld, Kundenstruktur und Konzentrations-Risiken, Wachstums-Annahmen im Business-Plan, Kundeninterviews und Referenzgespräche, Trend-Analyse zum Marktsegment.
HR Due Diligence
Personalstruktur und Schlüssel-Funktionen, Tarifsituation und Betriebsvereinbarungen, Pensionsverpflichtungen und ihre Bewertung, Kündigungs- oder Abfindungsrisiken bei Eigentümer-Wechsel.
IT- und Cyber-Due-Diligence
IT-Architektur und Skalierbarkeit, Cybersecurity-Reifegrad und Vorfalls-Historie, Software-Lizenzen und ihre Übertragbarkeit, Datenschutz-Compliance, Abhängigkeiten von Schlüssel-Systemen und Cloud-Diensten.
Was wir leisten — und wo wir mit Partnern zusammenarbeiten.
M&A-Beratung ist Teamarbeit. Wir bringen die Beratungs-Leistung: Strategie, Methode, Käufer- und Verkäufer-Koordination, Verhandlungs-Begleitung. Für rechtliche Vertragsverhandlung, notarielle Beurkundung und WP-Testat arbeiten wir mit ausgewählten M&A-Kanzleien, Notaren und Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaften zusammen. Diese Aufteilung schafft klare Rollen im Mandat — ein methodischer Berater (wir), ein rechtlicher Vertreter und gegebenenfalls ein prüfender Testierer. Drei Perspektiven, die sich gegenseitig kalibrieren.
Im Mandat
Was wir leisten
- Strategische M&A-Beratung (Buy-Side und Sell-Side)
- Nachfolge-Konzepte für Familienunternehmen
- Käufer- und Verkäufer-Recherche, Long List und Short List
- Information Memorandum und Datenraum-Aufbau
- Bewertungs-Analysen als Verhandlungs-Grundlage
- Due-Diligence-Begleitung (Buyer und Seller)
- Verhandlungs-Coaching bis Signing und Closing
- Post-Merger-Integration in den ersten 100 Tagen
Partner-Netzwerk
Wo wir Partner einbinden
- Vertragsverhandlung und SPA-Erstellung — M&A-Kanzlei
- Notarielle Beurkundung — Notar
- Bewertungs-Testat nach IDW S 1 — Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaft
- Steuerliche Strukturierung und Vertretung — Steuerberater
- Kartellrechtliche Anmeldung — Kartellrechts-Kanzlei
- Akquisitions-Finanzierung — Bank oder Mezzanine-Partner
Was Eigentümer und Geschäftsleitungen oft fragen.
Wann sollte man mit der Nachfolge-Planung anfangen?
Mindestens drei bis fünf Jahre vor dem geplanten Übergabe-Zeitpunkt. Eine geordnete Nachfolge ist kein Sechs-Monats-Projekt — sie verlangt strategische Vorbereitung des Unternehmens (Reifegrad der Strukturen, Reportings, Management-Aufbau), klare Eigentümer-Perspektive (Erlös-Erwartung, Steuer-Strukturierung) und systematische Marktansprache (Käufer-Identifikation, Timing). Wer in einer akuten Lage zu uns kommt — etwa nach Tod oder Krankheit des Eigentümers — verliert in der Regel Verhandlungsposition und damit Wert.
Wie lange dauert ein M&A-Prozess?
Sechs bis zwölf Monate vom Start des Mandats bis zum Closing, je nach Komplexität, Marktumfeld und Käufer-Typ. Mittelständische Transaktionen im Bereich fünf bis fünfzig Millionen EUR Unternehmenswert liegen meist bei acht bis zehn Monaten. Größere Deals oder kartellrechtlich relevante Transaktionen brauchen zwölf bis fünfzehn Monate. Distressed-M&A-Mandate verkürzen sich auf zwei bis vier Monate — allerdings mit erheblichen Werte-Abschlägen.
Was kostet M&A-Beratung?
Wir kalkulieren transparent über Festpreis-Komponenten je Phase und ergänzende Tagessätze für nicht planbare Inhalte wie Verhandlungstermine oder Reise-Tage. Für eine typische mittelständische Transaktion mit zehn bis fünfzig Millionen EUR Unternehmenswert liegt das Beratungs-Honorar bei 150.000 bis 400.000 EUR netto über die Mandats-Laufzeit, abhängig von Transaktions-Typ, Bieter-Anzahl und Verhandlungs-Intensität. Eine konkrete Größenordnung nennen wir nach abgeschlossener Mandanten-Aufnahme im Erstgespräch.
Was unterscheidet einen strategischen Käufer von einem Finanzinvestor?
Strategische Käufer sind operative Unternehmen — Konzerne, Wettbewerber oder Branchen-Konsolidierer —, die das Zielunternehmen in ihre eigene Struktur integrieren wollen. Sie zahlen häufig einen Synergie-Aufschlag, halten die Beteiligung dauerhaft und prägen die Integration tief. Finanzinvestoren (Private Equity) sind Fonds, die mit professionellem Management das Zielunternehmen über fünf bis sieben Jahre weiterentwickeln und dann mit Wert-Multiple wiederverkaufen. Sie zahlen marktgerechte Preise, oft mit Earn-Out-Komponenten, und lassen das Management meist mit Eigenkapital-Beteiligung im Amt.
Welche Bewertungs-Methoden nutzen Sie?
Wir arbeiten parallel mit mehreren Methoden, um eine belastbare Bewertungs-Spanne zu ermitteln. Discounted Cashflow (DCF) bildet die Ertragskraft langfristig ab, Multiplikator-Verfahren — EBITDA-Multiples nach Branche und Vergleichstransaktionen — liefern Markt-Realität, Substanzwert ist Untergrenze in kapitalintensiven Branchen. Für formale Bewertungs-Testate nach IDW S 1 — etwa für gerichtliche, gesellschaftsrechtliche oder erbschaftsteuerliche Anlässe — beauftragen unsere Mandanten eine Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaft. Wir liefern die Beratungs-Analyse als Verhandlungs-Grundlage; das Testat selbst leistet der Wirtschaftsprüfer.
Was ist ein Earn-Out?
Ein Earn-Out ist ein Kaufpreis-Bestandteil, der erst nach dem Closing fällig wird — typischerweise abhängig von der Geschäfts-Entwicklung in den ersten zwei bis drei Jahren nach Übernahme. Earn-Outs sind häufig bei Finanzinvestor-Transaktionen oder wenn Käufer und Verkäufer unterschiedliche Erwartungen an die Zukunfts-Entwicklung haben. Sie binden Risiko an Performance, schaffen aber Folge-Verhandlungen und Streitpotenzial in der Umsetzungsphase. Eine saubere Earn-Out-Klausel definiert messbare Kennzahlen, klare Berechnungs-Mechanismen und Schutz vor Manipulation der relevanten Größen.
Können Sie auch beim Notverkauf in der Krise helfen?
Ja — Distressed M&A ist eine eigene Disziplin mit kompakter Zeit-Logik. Vom Mandats-Start bis zum Closing vergehen zwei bis vier Monate, oft mit verkürzter Due Diligence und Werte-Abschlägen von zwanzig bis vierzig Prozent gegenüber dem geordneten Verkauf. Häufig ist Distressed M&A Teil eines Sanierungs-Mandats, in dem wir parallel die Verhandlungen mit Banken und Gläubigern führen. In diesen Konstellationen koordinieren wir den Verkauf zeitlich eng mit dem Sanierungs-Verfahren — siehe auch unsere Page zu Sanierung und Restrukturierung.
Wie vertraulich ist ein Erstgespräch?
Strikt vertraulich. Wir behandeln jedes Erstgespräch unter berufsrechtlicher Verschwiegenheits-Pflicht — sowohl bei Verkäuferseite (Eigentümer-Wunsch eines Exits) als auch bei Käuferseite (strategische Akquisitions-Pläne). Die Tatsache eines Erstgesprächs wird nicht an Wettbewerber, Banken oder andere Stakeholder kommuniziert. NDAs zwischen Käufer und Verkäufer im späteren Mandats-Verlauf koordinieren wir methodisch, die rechtliche Gestaltung übernimmt die M&A-Kanzlei aus unserem Partner-Netzwerk.
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