Drei Leitfragen

Mit welchen Fragen Mandanten zu uns kommen.

Wer sich mit Notfall- und Krisenmanagement beschäftigt, tut das selten aus akademischem Interesse. Drei Fragen-Typen begegnen uns am häufigsten — und sie folgen einer natürlichen Reihenfolge: Was bedroht uns konkret? Welche Pflichten gelten? Und am Ende: Sind wir gewappnet? Unsere Beratung beantwortet alle drei strukturiert und in einer Tiefe, die zu Größe und Branche Ihres Unternehmens passt.

Bedrohung

Was könnte uns treffen?

Ohne klare Bedrohungs-Inventur basieren Schutz-Investitionen auf Vermutungen. Wir machen die Bedrohungs-Lage Ihres Unter­nehmens systematisch sichtbar — Cyber, IT-Ausfall, physische Schäden, Schlüssel-Personal, Lieferanten- und Reputations-Risiken — und priorisieren nach Eintritts­wahrscheinlichkeit und Schadens-Höhe. Aus „könnte alles Mögliche passieren“ wird eine handhabbare Liste der drei bis fünf Top-Risiken.

Pflichten

Welche Vorschriften gelten?

NIS2, DORA, KRITIS-Verordnung, IT-Sicherheits­gesetz, Aktien- und GmbH-Gesetz mit ihren Sorgfalts­pflichten, StaRUG für Krisen-Früh­erkennung — die Pflichten-Lage ist branchen-, größen- und tätigkeits-spezifisch und im Wandel. Wir prüfen, welche Vorschriften für Sie konkret gelten, was minimal verlangt wird und wo Best-Practice über die Pflicht hinausgeht. Klar getrennt: Pflicht-Liste und Empfehlungs-Liste, beides mit Begründung.

Reife

Sind wir resilient aufgestellt?

Geschäfts­leitung oder Aufsichtsrat fragt nach der Reife der Notfall-Vorbereitung. Das Bauchgefühl sagt „eher unsicher“, aber niemand kann konkret beschreiben, was im Ernstfall passieren würde — wer den Hut auf hätte, wie lange der Geschäfts­betrieb gestoppt wäre, welche Kunden zuerst Konsequenzen sehen würden. Wir geben dieser diffusen Sorge ein Bild — strukturiert, ehrlich und mit konkreten Handlungs-Empfehlungen.

Begriffs-Klärung

Notfall oder Krise — die Eskalations-Stufe entscheidet.

Die Begriffe werden in der Praxis oft synonym verwendet, fachlich besteht eine klare Abstufung. Sie ist für die Beratung relevant, weil sie bestimmt, welche Strukturen greifen — und ab wann ein Krisenstab konstituiert werden muss.

Stufe 1

Notfall

Schadens­fall mit nennenswerter, aber begrenzter Auswirkung auf den Geschäfts­betrieb. Beispiele: Ausfall eines Servers oder einer Software-Schnitt­stelle, lokaler Brand­schaden, Krankheits­bedingter Ausfall einer Schlüssel-Person. Reaktion erfolgt nach Notfall-Plan durch die operativen Verant­wortlichen — definierte Sofort-Maß­nahmen, Eskalation an die Geschäfts­leitung erst bei Schwellen­wert-Überschreitung.

Stufe 2

Krise

Lage, die existenz- oder reputations­bedrohende Dimension annimmt. Beispiele: Ransomware-Angriff mit unter­nehmens­weiter Verschlüsse­lung, gravierender Daten­schutz­vorfall mit Melde­pflicht, schwerer öffentlicher Reputations-Schaden, behördliche Anordnung mit Geschäfts-Stillstand. Reaktion erfordert konstituierten Krisenstab, definierte Eskalations-Pfade und strukturierte externe Kommunikation.

Warum die Abstufung wichtig ist

Notfall- und Krisen­management deckt beide Stufen ab — Pläne für die abgrenz­baren Schäden, Krisenstabs-Strukturen für das, was darüber hinausgeht. Wer nur Notfall-Pläne hat, übersteht den Server-Ausfall. Wer nur Krisenstabs-Strukturen hat, mobilisiert für jede Kleinigkeit die volle Eskalation. Die Beratung bringt beide Stufen in das richtige Verhältnis.

Bedrohungs-Inventur

Acht Kategorien, mit denen wir die Bedrohungs-Lage durchleuchten.

In der Bedrohungs-Inventur arbeiten wir entlang von acht Kategorien. Sie decken die Spannweite ab, in der mittel­ständische Unter­nehmen heute bedroht sind — vom Cyber-Angriff bis zur Reputations-Krise. Aus der systematischen Durchsicht entsteht eine priorisierte Top-Liste der drei bis fünf für Ihr Unter­nehmen plausibelsten Szenarien.

Kategorie 1

Cyber-Angriff

Ransomware mit Produktiv-System-Verschlüsse­lung, Daten­leck mit Erpressungs-Drohung, Phishing-Folgen mit Konto-Übernahme. Heute der häufigste Auslöser für Krisen­lagen im Mittelstand.

Kategorie 2

IT-Ausfall ohne Cyber-Hintergrund

Hardware-Defekt im Server, Cloud-Provider nicht erreichbar, Ausfall einer kritischen Branchen-Software. Trifft genauso hart wie ein Cyber-Vorfall — ohne dass eine böswillige Hand im Spiel war.

Kategorie 3

Physische Schäden

Brand, Wasser, Sturm, Einbruch oder Sabotage am Standort. Bei stand­ort­konzen­trierten Mittel­ständlern oft existenz­bedrohend, weil Produktions-Mittel und Server am selben Ort betroffen sind.

Kategorie 4

Schlüssel-Personal-Ausfall

Geschäfts­führung im Krankenhaus, IT-Leitung mit Burnout, Zahlungs­verkehr-Verant­wortliche mit fristloser Kündigung. Ohne Vertretungs-Regelung und dokumentierte Prozesse droht Stillstand schon bei einer einzelnen Person.

Kategorie 5

Lieferanten-Ausfall

Insolvenz eines kritischen Vor­lieferanten, Liefer­unter­brechung durch geo­politische Krise, Sanktionen gegen einen Schlüssel-Partner. Bei Just-in-Time-Aufstellung führt das in Wochen­frist zur Produk­tions-Stockung.

Kategorie 6

Pandemie und Großschadens­lagen

Pandemie-bedingte Personal-Ausfälle, Quarantäne-Anordnungen, regionale Großschadens­lagen. Spätestens seit 2020 in jedem Risiko-Register, mit besonderer Tücke gleichzeitig viele Mit­arbeitende betroffen.

Kategorie 7

Behördliche Anordnung

Razzia mit Server-Beschlag­nahmung, behördliche Schließung wegen Compliance-Vorfall, Kontensperrung wegen Geld­wäsche-Verdacht. Selten, aber im Eintritt mit hoher Wirkung — und schwer kommunikativ zu händeln.

Kategorie 8

Reputations-Krise

Öffentliche Kritik mit Eskalation in Branchen-Medien und Sozialen Netz­werken, Skandal um Mit­arbeitende oder Produkte, viral verbreitete Falsch­meldung. Existenzieller, je stärker das Geschäft auf Vertrauen basiert.

Vom Inventar zur Top-Liste

Nicht jede Kategorie trifft Ihr Unter­nehmen mit gleicher Wahrscheinlich­keit oder Wirkung. Die Bedrohungs-Inventur ist das Raster, die Priorisierung passiert in der Bewertung — Eintritts­wahrscheinlich­keit mal Schadens-Höhe, branchen­spezifisch kalibriert. Für die meisten Mittel­ständler entstehen daraus drei bis fünf Top-Risiken, auf die sich Konzept, Pläne und Übungen konzentrieren — die übrigen Kategorien bleiben auf der Beobachtungs-Liste.

Erstgespräch

Unsicher, welche Kategorien Sie konkret treffen? Wir klären das in 30 Minuten.

Leistungs­umfang

Sieben Bausteine — von der Erkenntnis zur Umsetzung.

Unsere Beratung ist modular aufgebaut. Welche Bausteine sinnvoll sind, ergibt sich aus den Antworten auf die drei Leitfragen — und aus dem Reifegrad, an dem Ihr Unter­nehmen heute steht. Drei Erkenntnis-Bausteine schaffen die Grundlage, vier Umsetzungs-Bausteine machen das Konzept lebendig. Häufig kombinieren Mandant­innen und Mandanten Erkenntnis und Umsetzung; bei akuten Anlässen treten wir punktuell mit einzelnen Bausteinen ein.

Erkenntnis-Bausteine

Die analytische Basis jeder Notfall-Beratung — wo stehen Sie heute, was bedroht Sie konkret, welche Pflichten gelten?

01

Erkenntnis

Resilienz-Check

Strukturierte IST-Aufnahme der Notfall- und Krisen-Reife Ihres Unter­nehmens. Sichtbar wird, welche Vorbereitungen bereits existieren, wo Lücken klaffen und welche Verant­wort­lich­keiten ungeklärt sind. Ergebnis: ein Resilienz-Bild als Diskussions-Grundlage für die Geschäfts­leitung.

02

Erkenntnis

Bedrohungs- und Krisen-Inventur

Systematische Erhebung der relevanten Bedrohungen entlang der acht Kategorien. Bewertung nach Eintritts­wahrscheinlich­keit und Schadens-Höhe, Priorisierung der drei bis fünf Top-Risiken. Ergebnis: priorisierte Bedrohungs-Karte als Basis für Konzept und Schutz-Investitionen.

03

Erkenntnis

Rechts- und Pflichten-Analyse

Gezielte Prüfung der gesetzlichen Vorschriften — Aktien- und GmbH-rechtliche Sorgfalts­pflichten, StaRUG, KRITIS, NIS2, DORA, branchen­spezifische Standards und die Verfügbar­keits-Schutz­pflicht aus Art. 32 DSGVO. Trennung in Pflicht und Best-Practice, jeweils mit benannter Rechts­grundlage.

Umsetzungs-Bausteine

Vom Konzept-Dokument bis zur geübten Tabletop-Übung — die Bausteine, die das Ergebnis im Alltag arbeitsfähig machen.

04

Umsetzung

Notfall- und Krisen-Konzept

Schlankes, gelebtes Konzept-Dokument mit Geltungs­bereich, Krisenstab-Aufstellung, Eskalations-Pfaden und Sofort-Maß­nahmen für die priorisierten Szenarien. Bewusst kompakt — kein Auditor-tauglicher Aktenordner, sondern ein arbeitsfähiges Werkzeug.

05

Umsetzung

Krisenstabs-Aufstellung

Festlegung der Stab-Mitglieder, Vertretungs-Regelungen, Eskalations-Befugnisse, externer Erreichbar­keit. Klärung, wer entscheidet, kommuniziert und dokumentiert. In kleineren Unter­nehmen werden Rollen in Personal­union vergeben — entscheidend ist die namentliche Benennung mit Vertretung.

06

Umsetzung

Awareness und Schulung

Schulung der Belegschaft zu Notfall-Verhalten, Eskalations-Wegen und Erkennung von Cyber-Vorfällen. Vertiefte Schulung des Krisenstabs und der ersten Reaktions-Linie. Als Präsenz-Termin, Webinar oder asynchrones E-Learning, je nach Aufstellung Ihrer Organisation.

07

Umsetzung

Tabletop-Übung

Durchspielen eines Top-Szenarios in einer geführten Tisch-Übung mit dem Krisenstab. Plan-Schwächen werden in der Übung sichtbar, nicht im Ernstfall. Auswertung mit Lessons-Learned und konkreten Anpassungen am Konzept — typischer­weise Halbtages-Format mit dem Stab und ausgewählten Fachbereichen.

Was nicht enthalten ist

Wir leisten Beratung und Methode — keine forensische Incident Response im akuten Cyber-Vorfall, keine technische Wieder­herstellung von IT-Systemen, keine Verhandlung mit Cyber-Versicherern im Schadens­fall, keine 24/7-Krisenstabs-Bereitschaft an Ihrer Stelle. Diese Leistungen liegen bei spezialisierten Dienst­leistern, bei Ihrer IT oder bei Ihrer Cyber-Versicherung. Wir vermitteln auf Wunsch den Kontakt zu geeigneten Partnern.

Angemessene Tiefe

Kalibrierung statt Über­steuern.

Ein mittel­ständischer Großhandel mit dreißig Mit­arbeitenden braucht kein Konzern-BCMS. Er braucht ein kompaktes Notfall- und Krisen-Konzept, das die kritischen Prozesse abdeckt, einen benannten Krisenstab und einen jährlichen Übungs-Termin. Wir kalibrieren auf Ihre tatsächliche Größe, Branche und regulatorische Lage — nicht auf eine abstrakte Norm-Maximalvariante. Wenn weniger genug ist, sagen wir das. Wenn mehr nötig ist, ebenso.

Klein-Mittelstand

Schlanke Notfall-Vorbereitung

Bis ca. 50 Mit­arbeitende, ohne regulatorische Pflicht zu zertifiziertem BCMS. Resilienz-Check, Bedrohungs-Inventur, kompaktes Konzept-Dokument, Krisenstab in Personal­union, jährliche Tabletop-Übung. Pflege­aufwand: drei bis fünf Personen­tage pro Jahr.

Größerer Mittelstand

Strukturiertes Notfall- und Krisen-System

50 bis ca. 250 Mit­arbeitende, oft mit branchen­spezifischen Pflichten oder Konzern-Anbindung. Vollständige Bausteine bis zur Tabletop-Übung, getrennter Krisenstab mit Stell­vertretungen, halb­jährliches Übungs-Programm, dokumentierte Lessons-Learned. Pflege­aufwand: acht bis zwölf Personen­tage pro Jahr.

Reguliert oder konzern-relevant

Übergang in das BCMS

Bei NIS2-, DORA-, KRITIS-Pflicht, Konzern-Anforderung oder Cyber-Versicherer-Vorgabe trägt die schlanke Variante nicht mehr. Hier ist der Übergang in ein vollwertiges BCMS nach ISO 22301 oder BSI-Standard 200-4 sinnvoll oder vorgeschrieben. Wir begleiten den Wechsel in einem separaten Mandat — siehe BCM-Beratung.

Klare Abgrenzung zur Forensik

Wir sind keine forensischen Incident-Responder im technischen Sinne. Bei einem laufenden Cyber-Vorfall begleiten wir Sie strukturierend und kommunikativ — die technische Forensik übernimmt eine spezialisierte IR-Firma oder Ihre Cyber-Versicherung. Diese Rollen-Trennung sorgt im Ernstfall für klare Verant­wort­lich­keiten statt für Erwartungs-Konflikte zwischen Beratung und Forensik.

Verzahnung

Anschluss an Pflichten und vorhandene Management-Systeme.

Notfall- und Krisen­management steht selten allein. Es ist mit gesetzlichen Pflichten und mit benachbarten Management-Systemen verzahnt — wer diese Schnitt­stellen von Anfang an mitdenkt, vermeidet Parallel-Welten in der Doku und reduziert den laufenden Aufwand erheblich.

Zentrum

Notfall & Krise

Resilienz-Bild, Bedrohungs-Karte, Pflichten-Übersicht, Konzept und geübte Strukturen

Vollwertiges BCMS nach ISO 22301 oder BSI 200-4

Wenn aus der Beratung ein zertifizierungs­fähiges Management-System werden soll — etwa wegen Konzern-, Großkunden- oder Versicherer-Anforderung — übernimmt die BCM-Beratung den Aufbau. Bestehendes Konzept, Krisenstab und Bedrohungs-Karte gehen in das BCMS ein.

ICT readiness for business continuity

Maßnahme A.5.30 nimmt die IT-bezogene Notfall-Vorsorge ausdrücklich in das ISMS auf. Mandanten mit ISO-27001-Zertifikat haben die Methodik-Brücke bereits gebaut — Risiko-Logik, Geltungs­bereich und Audit-Routinen lassen sich in unsere Beratung übernehmen.

NIS2 & DORA

Geschäfts­fortführung als regulatorische Pflicht

NIS2 verlangt für „wesentliche“ und „wichtige“ Einrichtungen Maß­nahmen zur Geschäfts­fortführung. DORA fordert für den Finanz­sektor Operational Resilience inklusive ICT-Continuity. Strukturiertes Notfall- und Krisen­management ist die Vorstufe zur Nachweis­barkeit gegenüber Aufsicht.

DSGVO

Verfügbar­keit als Schutzziel

Art. 32 DSGVO nennt die Verfügbar­keit personen­bezogener Daten ausdrücklich als Schutzziel — und Art. 33 verpflichtet zur Melde­pflicht binnen 72 Stunden. Wer kein Notfall-Konzept hat, kann diese Pflicht im Ernstfall nicht strukturiert erfüllen.

Ein integriertes System statt Parallel-Welten

Wo bereits ein ISMS nach ISO 27001 oder ein DSGVO-Daten­schutz­management besteht, lohnt sich der integrierte Aufbau: gemeinsame Risiko-Methodik, gemeinsamer Geltungs­bereich, gemeinsame Audit-Zyklen. Das spart Aufwand im Aufbau und im laufenden Betrieb. Wir entwerfen die Verzahnung auf Wunsch von Beginn an mit.

Vorgehen

Vom Erstgespräch zur geübten Übergabe.

Vom Projektstart bis zur ersten Tabletop-Übung vergehen typischer­weise zwei bis vier Monate, abhängig von Reifegrad und gewählter Tiefe. Mandant­innen und Mandanten mit unmittelbarem Anlass — etwa kurz nach einem Vorfall oder vor einer Konzern-Anfrage — erhalten eine zügige Status-Aufnahme als ersten Block; die Konzept- und Übungs-Komponenten folgen im zweiten Schritt.

01

Resilienz-Check & Erstgespräch

Strukturiertes Gespräch mit Geschäfts­leitung und IT-/Compliance-Verantwortung — wo steht die Notfall-Vorbereitung heute, welche Vorfälle gab es, welche Sorgen werden konkret benannt? Erste IST-Skizze als Diskussions-Grundlage.

2–3 Wochen

02

Bedrohungs-Inventur

Systematische Durchsicht der acht Bedrohungs-Kategorien für Ihre konkrete Aufstellung. Bewertung nach Eintritts­wahrscheinlich­keit und Schadens-Höhe, Identifikation der drei bis fünf Top-Szenarien.

3–4 Wochen

03

Pflichten-Analyse

Klärung der konkret geltenden Vorschriften — branchen-, größen- und tätigkeits-spezifisch. Trennung in Pflicht-Liste und Best-Practice-Empfehlungen, jeweils mit benannten Rechts­grundlagen.

2–3 Wochen

04

Konzept & Krisenstab

Erstellung des kompakten Konzept-Dokuments mit Geltungs­bereich, Krisenstab-Aufstellung, Eskalations-Pfaden, Sofort-Maß­nahmen pro Top-Szenario. Schlank gehalten — lesbar im Ernstfall um drei Uhr morgens.

3–4 Wochen

05

Tabletop & Übergabe

Durchspielen eines Top-Szenarios in geführter Übung mit dem Krisenstab. Auswertung der Schwächen, Korrektur des Konzepts, dokumentierte Lessons-Learned. Übergabe mit klarem Pflege-Pfad und Roadmap zu vertiefenden Schritten.

2–4 Wochen

Häufige Fragen

Was Mandant­innen und Mandanten häufig fragen.

Worin unterscheidet sich Notfall- von Krisen­management?

Beide Begriffe werden in der Praxis oft synonym verwendet, fachlich besteht aber eine Abstufung. Ein Notfall ist ein Schadens­fall mit nennenswerter, aber begrenzter Auswirkung — etwa der Ausfall eines Servers oder ein lokaler Brand. Eine Krise nimmt existenz- oder reputations­bedrohende Dimension an und erfordert einen konstituierten Krisenstab — etwa ein Ransomware-Angriff mit konzern­weiter Verschlüsse­lung oder ein gravierender Daten­schutz­vorfall. Notfall- und Krisen­management deckt beide Stufen ab: Pläne für die abgrenz­baren Schäden, Krisenstabs-Strukturen für das, was darüber hinausgeht.

Brauchen kleine und mittel­ständische Unter­nehmen das überhaupt?

Tendenziell ja — wobei die Tiefe der Vorbereitung an die Größe angepasst sein darf und sollte. Ein 30-Mit­arbeitenden-Unter­nehmen ohne Schicht-Betrieb braucht keine 24/7-Krisenstabs-Strukturen, aber sehr wohl einen benannten Verant­wortlichen, einen plausiblen Sofort-Plan für die Top-Szenarien und eine Daten­sicherung, die im Ernstfall trägt. In der Praxis sind gerade mittel­ständische Unter­nehmen anfälliger — sie haben weniger personelle Reserve, weniger redundante IT und weniger Erfahrung mit Krisen-Lagen. Die Folge eines unvorbereiteten Vorfalls ist hier oft existenz­bedrohender als bei Konzern-Strukturen.

Welche gesetzlichen Pflichten treffen mein Unter­nehmen konkret?

Das ist genau eine der drei Leitfragen unserer Beratung — pauschal nicht beantwortbar. Allgemeine Sorgfalts­pflichten aus § 91 Abs. 2 AktG, § 43 GmbHG und dem StaRUG (Krisen-Früh­erkennung) treffen jede Geschäfts­leitung. Branchen­spezifisch werden die Pflichten in regulierten Sektoren — KRITIS, NIS2, DORA, BAIT/VAIT/MaRisk im Finanz­sektor, GwG-bezogene Pflichten bei verpflichteten Unter­nehmen. Im Daten­schutz: Art. 32 DSGVO verlangt Verfügbar­keit als Schutzziel, Art. 33 die Melde­pflicht bestimmter Vorfälle. Welche Norm für Sie konkret gilt und in welcher Tiefe, klären wir im ersten Beratungs­block.

Wie lange dauert die Beratung?

Realistisch sind zwei bis vier Monate vom Projekt­start bis zur Tabletop-Übung, abhängig vom Reifegrad Ihrer Organisation und der gewählten Tiefe. Mandanten mit unmittelbarem Anlass erhalten eine kompakte Status-Aufnahme als ersten Block in vier bis sechs Wochen; die Konzept- und Übungs-Phasen folgen darauf. Für regulatorische Akut-Lagen — etwa kurz vor einem Konzern-Audit oder einer NIS2-Prüfung — ist auch ein gestufter Einstieg möglich, der zunächst die formalen Lücken schließt und die Tiefe in einer zweiten Phase nachzieht.

Was kostet eine Beratung?

Die Kosten richten sich nach Geltungs­bereich und Tiefe. Mandate werden als Tagessatz-Kontingent oder als phasen­bezogener Festpreis ausgewiesen. Eine kompakte Beratung mit Resilienz-Check, Bedrohungs-Inventur, Pflichten-Analyse, schlankem Konzept und einer Tabletop-Übung für ein klar abgegrenztes mittel­ständisches Unter­nehmen liegt typischer­weise im niedrigen fünf­stelligen Bereich. Eine breitere Beratung mit Konzern-relevanten Aspekten oder regulatorischer Tiefe entsprechend höher. Im Erstgespräch erhalten Sie eine konkrete Aufwands­schätzung mit transparent ausgewiesenen Phasen.

Reicht die Beratung — oder brauchen wir ein vollwertiges BCMS?

Für viele Mittel­ständler ohne regulatorische Pflicht zu zertifiziertem BCMS reicht das schlanke Konzept der Beratung — mit jährlicher Pflege und einer Tabletop-Übung im laufenden Jahr. Ein vollwertiges BCMS nach ISO 22301 oder BSI-Standard 200-4 wird notwendig, wenn Konzernmutter, Großkunde, Versicherer oder Regulierung das verlangen — oder wenn die organisatorische Komplexität so hoch ist, dass die schlanke Form nicht mehr trägt. Wir empfehlen die ehrliche, an Ihre Lage angepasste Variante. Wenn ein BCMS sinnvoll wird, beschreiben wir den Pfad auf der separaten BCM-Beratungs-Seite.

Was passiert bei einem Vorfall mitten in der Beratung?

Wenn während eines laufenden Beratungs-Mandats ein Vorfall eintritt, schalten wir um auf Akut-Begleitung — Strukturierung der Lage, Krisenstab-Moderation, Behörden- und Versicherungs-Kommunikation, Lage-Doku­mentation für die spätere forensische und juristische Aufarbeitung. Die technische Forensik übernimmt eine spezialisierte IR-Firma oder Ihre Cyber-Versicherung; wir sind keine technischen Incident-Responder, sondern strukturierende Begleitung. Die laufende Beratung wird unterbrochen und nach der Akut-Phase mit den Lessons-Learned des Vorfalls fortgesetzt.

Wie viel Aufwand verursacht das im laufenden Betrieb?

Im laufenden Betrieb nach Beratungs-Abschluss hält sich der Aufwand bei einem schlanken Konzept im Rahmen — typisch sind eine jährliche Tabletop-Übung mit dem Krisenstab (Halbtages-Termin), ein jährlicher Management-Review der Pläne (zwei bis drei Stunden), anlass­bezogene Aktualisierungen bei größeren Änderungen der IT- oder Prozess-Aufstellung. In Summe meist drei bis fünf Personen­tage pro Jahr für Geschäfts­leitung und Krisenstab. Bei vollwertigem BCMS ist der laufende Aufwand höher.

Welche Rolle spielt unser IT-Dienst­leister?

Eine zentrale — bei den IT-bezogenen Notfall-Szenarien arbeiten wir eng mit Ihrem IT-Dienst­leister oder Ihrer internen IT zusammen. Wieder­anlauf-Zeiten von IT-Systemen, Backup-Strategie, Cloud-Anbieter-Verträge mit ihren SLAs, Disaster-Recovery-Setups: alle diese Aspekte werden vom IT-Dienst­leister verantwortet, in der Beratung aber strukturiert geprüft. Wir machen sichtbar, wo Annahmen und Realität auseinander­laufen — etwa wenn der Vertrag eine vier­stündige Wieder­anlauf-Zeit zusichert, die so noch nie getestet wurde.

Wie verhält es sich zu Cyber-Versicherungen?

Cyber-Versicherer fordern in der Regel ein dokumentiertes Notfall- und Krisen­management als Voraussetzung für die Police — und mit zunehmender Schadens­häufigkeit auch wachsende Tiefe. Ein schlankes, gelebtes Konzept aus unserer Beratung erfüllt häufig die formalen Anforderungen für mittel­ständische Policen. Bei höheren Versicherungs-Summen oder regulierten Branchen verlangen Versicherer zunehmend ein vollwertiges BCMS. Wir berücksichtigen die konkreten Anforderungen Ihrer Police im Beratungs-Mandat und stimmen das Konzept-Niveau mit Ihrer Versicherungs-Vermittlung oder dem Underwriter ab.

Kontakt

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